100 Jahre Furka-Oberalp-Bahn

03.07. - 06.07.2026

Am Wochenende 04. & 05.07.26 feierten die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) und befreundete Vereine das 100-jährige Bestehen der Furka-Oberalp-Bahn, die als Brig-Furka-Disentis-Bahn (BFD) der Strecke seit 1910 erbaut wurde. Ohne damit endgültig fertig zu werden, ging sie 1923 in Konkurs. Erst am 03.07.1926 ging die komplette 97 km lange Strecke zwischen Brig und Disentis in Betrieb.

Grund genug für die IGE zu den angesetzten Feierlichkeiten eine Reise zu organisieren, die auch rasch ausverkauft war. Ich stieß als 2.Reiseleiter in Chur zur bereits in Basel gestarteten Gruppe. Trotz der bereits zahlreich im Einsatz befindlichen neuen Triebwagen sind bei der RhB weiterhin neben der Ge4-4 III noch die älteren Ge4-4 II unverzichtbar. Lok 621 fährt mit einer langen Wagengarnitur Richtung St.Moritz aus.
Die Gruppe fuhr dann wenig später mit einem regulären RhB-Nahverkehszug nach Disentis.

Bereits am Freitag, 03.07., fuhr ein mit der "Balkonlok" 36 der MGB bespannter Sonderzug. Wir nutzen ihn auf seiner Rückfahrt ab Disentis bis Oberwald. Entspannte Fahrzeiten und Unterwgeshalte ließen bei schönem Wetter tolle Fotos zu. Hier in Nätschen, konnte ein Plausch des Personal eingefangen werden.
Ein schneller Umsteig in Oberwald auf einen Nahvervehr der Matterhorn-Gornergrat-Bahn brachte uns schließlich noch ins Hotel nach Fiesch.

Am nächsten Tag - Samstag, 04.07. - sollte zunächst die Jubiläumsstrecke zwischen Oberwald und Realp mit der DFB befahren werden. Aber nach der Hitzewelle im Juni 2026 wurde der Dampflokeinsatz zwischen Oberwald und Gletsch wegen erhöhter Waldbrandgefahr verboten. Die regulär für den planmäßigen "Wanderzug" eingesetzte Diesellok HGe4/4 61 musste aushelfen. Hier fährt der Wanderzug aber erst einmal in Bf Oberwald ein.
Die Lok wird dann ihre Wagen wegrangieren und dann unseren Zug (kein Sonderzug, sondern der Regelzug des DFB-Angebots) bespannen.

In Gletsch war Lokwechsel und ab dort auch Dampfbetrieb wieder möglich. DFB 4 spannte vor. In Gletsch war ein Festgelände eingerichtet. Besuchen konnten wir es leider nicht. Zum einen waren wir wegen des Einsatzes der Diesellok und dem Lokwechsel ohnehin spät dran - zum anderen sah unser Programm keinen weiteren Besuch in Gletsch vor.

Dem Furka-Scheiteltunnel folgt unmittelbar der Bahnhof Furka. Hier sind planmäßig 25 Minuten Aufenthalt vorgsehen. Im rechts zu sehenden Zelt konnte man sich verpflegen. Und irgendwann waren auch die im Bild stehenden Leute soweit weniger geworden, dass sich ein Foto lohnte.

In Realp angekommen war nur kurz Gelegenheit beim dortigen Festgelände vorbei zuschauen, denn es sollte gleich mit einer erneuten Fahrt mit der HGe 4/4 36 gen Disentis weiter gehen. DFB Hofhund 231 rangierte dazu den Wagenpark in den Bf Realp (MGB). Die Lok 36 kam dann kurze Zeit später solo aus ihrem Heimat-Depot Göschenen heran.

Am Bf Oberalppass, der Wasserscheide zwischen Rhein und Reuss, gibt es neben den beiden Hauptgleisen ein Drittes - ein Stumpfgleis. In dieses fuhren wir ein, um die planmäßige Kreuzung der Regionalzüge abzuwarten. Beide bestanden aus Stadler-Triebzügen der Bauart Orion. ORION steht für «Optimaler Regionalzug Im Oeffentlichen Nahverkehr» - nun ja.

Anschließend setzte unser Zug zurück und man inszenierte eine Scheineinfahrt. Vorn der angestaute Oberalpsee mit verdächtig niedrigem Wasserstand, dahinter die Passstraße. Nicht im Bild der einzige Leuchtturm der Schweiz im Rücken des Fotografen. In Disentis dann wieder ein schneller Umstieg in den Regionalzug nach Fiesch.

Am dritten Tag der Reise fuhren wir am Morgen direkt von Fiesch zurück nach Realp. Mit dem stündlich verkehrenden Regionalzug. Es blieb gerade noch Zeit, schnell aus Realp hinauszulaufen, um den Dampfzug mit Lok 704 Richtung Gletsch abzulichten.
Danach war Zeit sich auf dem Festgelände in Realp umzusehen. Viele Leute - keine Fotos. Dafür ist hier rechts die Reuss zu sehen, die zunächst gen Andermatt fließt, um sich sodann durch die Schöllenschlucht zu stürzen.

Danach war wieder Zeit für einen Dampfzug. Den ersten Zug aus Oberwald - mit dem wir gestern angereist waren. Heute bespannt mit Lok DFB Lok 9. Wir liefen noch ein Stückchen weiter auf die Strecke, um den Zug zu erwischen. Aber ach: die Fotowolke war auch rechtzeitig zur Stelle. In Höhe des Fotografen fuhr die Lok wieder in der Sonne...

Der einzige tatsächliche Fest-Sonderzug fuhr dann am frühen Nachmittag von Realp nach Furka und zurück. Wir fuhren mit und sehen Lok 4 beim Umsetzen im Bf Furka. Vorn der Abzweig zur Drehscheibe, damit man auch talwärts vorwärts fahren kann.

Aber nicht alle Loks dürfen talwärts vorwärts fahren. Lok 704 - eine der aus Vietnam geholten Winterthur-Dampfloks - darf es nicht und muss daher in Furka noch gedreht werden. Denn sie kam mit dem zweiten Zug aus Oberwald durch den Furka-Tunnel. Nachdem die Fahrgäste ausgestiegen waren um sich zu stärken, drückte der Zug Richtung Tunnel zurück. Die Lok hängte ab, drehte auf der Drehscheibe und dann das Ganze retour.
Etwa 30 Minuten nach uns wird der Zug unserem Richtung Realp folgen.

Hier ist die Reuss, die die Furka herunter kommt, noch linker Hand.
Unser Zug befährt gerade die berühmte Steffenbachbrücke. Dahinter folgen drei kurze Tunnel, von denen hier im Hintergrund zwei zu erkennen sind. Danach wechselt der Zug auf die andere Bachseite und dann ist Realp fast schon erreicht.

Hier ist der "zweite" Zug bereits kurz vor Realp. Wir nutzen die halbe Stunde wieder für einen schnellen Weg an die Einfahrt. Ungefähr dort, wo wir ihn am vormittag bergwärts fahrend ablichten konnten. Nur dass wir dort auf der anderen Seite der Reuss standen.

Der eigentliche Grund, den Furka-Basistunnel zu bauen, war ja nicht, den Eisenbahnverkehr auch im Winter aufrecht zu erhalten. Anlass war die Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs - auch im Winter - über die Furka. Mittels des Autoverlads, der zwischen Oberwald und Realp etwa alle halbe Stunde verkehrt - auch im Sommer. Am Abend des 05.07. war vor einem dieser Züge die MGB HGe4-4 II 107 eingeteilt. Die Autos werden gerade entladen.
Für uns ging es wieder zurück nach Fiesch. Am näcshten Morgen befuhren wir noch mit einem Regel-Regionalzug die alte Lötschberg-Bergstrecke. Und dann war in Basel diese wunderschöne Tour bei bestem Wetter auch schon wieder zu Ende.

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